Thema: "ALLEINE SCHLAFEN...? "Hallo, meine Tochter ist 2 Monate alt. Meistens wenn ich sie nach dem Stillen hinlege weint sie sofort wieder...?"

„Hallo, meine Tochter ist 2 Monate alt. Meistens wenn ich sie nach dem Stillen hinlege weint sie sofort wieder. Sie weint auch, wenn sie bereits ein Bäuerchen gemacht hat und die Windel frisch ist. Woran kann das liegen? Im Kinderwagen weint sie auch häufig, besonders wenn sie wach ist. Deshalb trage ich sie viel im Tuch, das passt ihr gut. Ansonsten schläft sie nur neben mit Körperkontakt.

Sie tut sich sehr schwer mit einschlafen, kommt mir vor. Ist sie vielleicht übermüdet? Wenn die Umgebung ganz ruhig ist, geht es besser, auch mit dem stillen. Habe noch ein zweijähriges Kind zu Hause und wenn er spielt, schläft sie unmöglich ein und ist beim Trinken oft unruhig, aber ich kann den Großen ja schlecht ruhig stellen...Woran kann das alles liegen und was kann ich tun, damit es besser wird?“

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Dass Babys nicht gerne alleine schlafen (ob im Kinderwagen oder im Bett) sondern den Körperkontakt suchen, ist ein völlig natürliches Verhalten, wofür es auch eine einfache Erklärung gibt: Das Säugetier Mensch ist ein „Tragling“, d.h. ähnlich wie unsere Verwandten die Primaten bauen wir keine Nester, wo unsere „Jungen“ dann auf uns warten, sondern das Baby lebt sozusagen am Körper (nicht nur der Mutter!). Das Ablegen bzw. das Alleine-Liegen und –Schlafen würde in der Natur bedeuten: „Alarm! Meine Sippe hat mich womöglich vergessen, ich könnte erfrieren/verhungern/gefressen werden!!“. Die Reaktion eines gesunden, lebenskräftigen Neugeborenen wird demnach jene sein, nach seinen Eltern zu rufen und auf sich aufmerksam zu machen. Dies ist die evolutionsbiologische Erklärung dafür, dass sehr viele Babys, in vielen Situationen, nicht gerne im Kinderwagen oder allein im Bettchen liegen, sondern am liebsten rund um die Uhr den Körperkontakt suchen und das Tragen so sehr lieben. Das bedeutet auch, dass man weder das Baby durch häufiges Tragen verwöhnt, noch dass man als Eltern „etwas dagegen machen kann“.

Außerdem ist das „Sich-alleine-beruhigen“ eine Reife des Gehirns, die man nicht beschleunigen kann. So kleine Babys können sich noch gar nicht selbst beruhigen. Das Beste ist es, dieses Bedürfnis nach Nähe zu befriedigen, denn das schafft beim Kind das berühmte Urvertrauen.

P.S: Manche Babys brauchen tatsächlich eine sehr ruhige Umgebung z.B. beim Stillen, den meisten ist es aber im Alter von 2 Monaten egal, was herum passiert. Manchmal spüren Babys jedoch die Anspannung der Bezugsperson, z.B. wenn diese sich auch noch um ein weiteres Kind kümmern soll, und dies kann womöglich kurzzeitig zu Stress führen.