"KANN"-KINDER: Mit 5 in die Schule...? Oder noch ein Jahr Kindergarten...?

Einschulung mit 5 Jahren?

Die Zeit der Einschreibungen in Kindergarten und Schule steht an. Während die Einschreibungen in den Kindergarten relativ genaue Richtlinien vorschreiben, bereiten die Einschreibungen in die Grundschule so manchem Elternteil Kopfzerbrechen.

Dazu gehören die Eltern der sogenannten „Kann“-Kinder. Dies sind all jene Kinder, welche erst nach Schulbeginn – also nach dem 31. August – ihren sechsten Geburtstag feiern. Kinder, die bis dahin das sechste Lebensjahr vollendet haben, sind sogenannte „Muss“-Kinder und müssen ab September die erste Klasse besuchen; außer in besonderen Ausnahmefällen. Den Eltern dieser Kinder wird die oft schwierige Aufgabe der Entscheidung zur Einschulung abgenommen, da ab dem sechsten Lebensjahr Schulpflicht besteht.

Alle anderen Eltern können „selbst“ entscheiden, ob sie ihre Kinder, welche bis zum 30. April des geltenden Schuljahres das sechste Lebensjahr vollenden, in die erste Klasse einschreiben oder ob sie ihre Kids noch ein Jahr im Kindergarten lassen. Manchmal ist diese Entscheidung schnell getroffen, in manchen Fällen aber sind sich Eltern unsicher. In solchen Fällen sollten sie auf jeden Fall die Beratung des zuständigen Kindergartenpersonals und eventuell auch die Unterstützung des Schulamtes in Anspruch nehmen.

„Kann“-Kinder einschulen zu lassen, ist eine sehr individuelle Entscheidung und hängt sehr vom Kind selbst ab. Neben körperlichen, geistigen und sprachlichen Fähigkeiten sollten Schulkinder vor allem in den emotionalen und sozialen Bereichen gestärkt sein, um den Schulalltag meistern zu können.

Dazu gehören das Erlernen und das Einhalten von Regeln sowie das Rücksicht nehmen und Geduld haben. Sich mitteilen zu können und Gehörtes verstehen und begreifen zu können, gehören ebenfalls dazu. Kein Kind braucht mit Schulbeginn schreiben oder rechnen können. Es sollte jedoch ein Interesse an Lauten, Buchstaben, Mengen und Zahlen haben.

Eine gewisse emotionale Stabilität und ein gutes Selbstvertrauen helfen den Kindern ihre Arbeitsmotivation trotz Ärger oder Misserfolge aufrecht zu erhalten.

Selbstständigkeit bezüglich der eigenen Person, Kontaktfähigkeit mit anderen Mitschüler, Mitschülerinnen und mit Lehrpersonen, sowie ein bestimmtes Maß an Konzentrationsfähigkeit begünstigen den Start und den Verlauf in der Schule.

Aber vor allem sollten bei den einzuschulenden Kindern Interesse und Freude am Lernen, am Schreiben und Lesen und am Rechnen vorhanden sein!

Dann schaffen es auch die jüngeren Kinder sich in der großen Gruppe zu behaupten, Frust und Niederlagen zu akzeptieren und dennoch weiterhin Freude und Spaß an der Schule zu haben.

Anderenfalls sollte es für niemanden ein Problem sein, ein Kind ein Jahr länger spielen und „Kind sein“ zu lassen – schon gar nicht für das Kind selbst!