Leichte Inkontinenz in der Schwangerschaft...: „I bin schwonger und hon seid a Monat a Hueste de net vergeat!..."

„I bin schwonger und hon seid a monat a hueste de net vergeat ! in unfong worse trucken und jetzt ober schleimig seid kurzem, der hausorzt sog dess vergeat und die lungen sein frei und der hno orzt hot a nix sogn gekennt. Kennt des von enk jemand? I hon schun so guet wie ols probiert (feuchte luft, Kinderhustensaft, tantum verde spray, inhalieren) s problem isch jetzt dass jedes mol wo i huest rinnt eps. Danke”

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Husten ist - ganz unabhängig von der Schwangerschaft - nicht nur sehr lästig sondern vor allem sehr hartnäckig. Es ist völlig normal, dass Husten mehrere Wochen andauert.

In der Schwangerschaft kann man hier die üblichen Hausmittel anwenden (die meist auch sehr wirksam sind) wie mit Kochsalzlösung bzw. über dem Dampfbad inhalieren, Anwendungen mit Zwiebel und verschiedene Brustwickel. Auch die meisten schleimlösenden Mittel sind in der Schwangerschaft bedenkenlos (wer unsicher ist kann das Medikament oder den Wirkstoff auf www.embryotox.de suchen!).

Gelegentlich kann starker Husten auch dazu führen, dass der Bauch hart wird, was jedoch bei einer gesunden Schwangerschaft kein Problem darstellt.

Häufiger beschreiben die Frauen aber ein anderes Problem: durch den starken, Wochen andauernden Husten wird der Beckenboden zusätzlich geschwächt und es kann sich leichte Inkontinenz einstellen. Dies ist ein Zeichen dafür, dass der Beckenboden stark belastet ist.

Eine Sofortmaßnahme kann sein, den Beckenboden bewusst anzuspannen, bevor man Husten oder Nießen muss. Ist das nicht möglich kann man „zur Seite“ husten oder nießen, statt nach vorne. Dadurch wird der Druck im Bauchraum seitlich abgelenkt, statt dass er mit voller Wucht auf den Beckenboden trifft.

Wenn auch du davon betroffen bist, wende dich gleich an eine Hebamme, welche Erfahrung mit Beckenboden-Arbeit hat - sie kann dir Verhaltenstips und Übungen zeigen, um deinen Beckenboden zu stärken. Allgemein macht es Sinn, sich bereits in der Schwangerschaft mit dem Beckenboden auseinander zu setzen. Spätestens nach der Geburt sollte jede Frau einen Rückbildungskurs besuchen, weil dies Langzeitfolgen reduziert und vorbeugt.

Julia Cappelletto ist freiberufliche Hebamme und lebt mit ihrer Familie am Ritten. Sie betreut Frauen und Familien in der Schwangerschaft, während der Geburt zu Hause und als Begleitung im Krankenhaus und während der ersten Zeit mit Baby. Sie ist Stillberaterin IBCLC und Pre- und Postnatale Trainerin.